„Der Chef“ Herbert von Karajan: Dinner Party Fakten III

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7) Er liebte Western. Seine Freunde erinnern sich, wie sie immer wieder dieselben Filme sahen, und Karajan sagte: „Wenn ich ein Whiskyglas in der einen Hand und eine Zigarette in der anderen habe, fühle ich mich wie John Wayne.“ Er war jedoch KEIN Fan von Steven Spielbergs Film E.T. bis zu dem Punkt, an dem Karajan sein Team aufforderte, das geplante bahnbrechende Treffen zwischen ihm und dem großen Regisseur abzusagen.


8) Karajans problematische Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Partei ist gut dokumentiert, aber weniger bekannt sind die Momente, in denen er mit dem Nazi-Regime in Konflikt geriet. Im Juni 1939 beschuldigte Hitler einen Fehler in der Produktion von Wagners Die Meistersinger in der Staatsoper über Karajans Dirigieren ohne Partitur. Karajan ignorierte nicht nur die Befehle, eine Partitur für zukünftige Aufführungen zu verwenden, sondern programmierte auch weiterhin Musik ausländischer und jüdischer Komponisten. 1940 verkündete Goebbels, dass „der Führer eine sehr geringe Meinung von Karajan und seinem Verhalten hat“. Karajan verlor ständig die Gunst der Nazis und war nicht eindeutig dazu bestimmt oder bereit, Hitlers kultureller Vorzeigejunge zu werden. Im besten Fall war Karajans Fall ein Fall von Pragmatismus, im schlimmsten Fall von Opportunismus, aber nie von Überzeugung.

9) Im Gegensatz zu Bernstein, seinem theatralischen amerikanischen Zeitgenossen, würde Karajan nie auf der Bühne schwitzen. Im November 1958 lud Bernstein Karajan ein, das New York Philharmonic zu dirigieren. Ihre beiden Stile hätten kaum unterschiedlicher sein können/ Während Bernsteins Dirigieren leidenschaftlich ungehemmt und politisch war, war Karajans diszipliniert und sorgfältig vorbereitet, wie der Mann selbst. Der Maestro war jedoch nicht unbesiegbar. Evgeny Kissins Aufführung von Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 1988 in Salzburg brachte ihn zu seltenen Tränen. Auch Kissin war tief bewegt und erinnerte sich daran, wie „Karajans Präsenz ein verborgenes Potenzial in mir eröffnete“.

„Der Chef“ Herbert von Karajan: Dinner Party Fakten II

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4) Karajan war nicht nur Ehrenbürger der Geburtsstadt Salzburg, sondern auch von Berlin (ab 1973) und Wien (1978). Als er 1957 Karl Böhm als Direktor der Wiener Staatsoper ablöste und seit 1938 die Berliner Philharmoniker dirigierte, nannte man ihn „den Generalmusikdirektor Europas“! Auf dem Weg zu internationalem Ruhm erwarb er sich zahlreiche weitere Spitznamen, darunter „Le bon dieu“, „Wunder Karajan“ und „The Emperor of Legato“, ein Titel, für den er im langsamen Satz von Beethovens Symphonie Nr. 5 ein starkes Argument liefert:

5) Der beeindruckende Dirigent war ein selbst bekennender Introvertierter. Sein Glaube an die transformative Kraft der Konzentration wurde durch das Studium des Zen-Buddhismus und die Ausübung von Yoga gestärkt. Er zog sich bei jeder Gelegenheit aus der Stadt zurück und suchte in seinem Privatleben Ruhe und Frieden, wie er es auf der öffentlichen Bühne nicht konnte.

6) Karajans Faszination für Technik hat mit den neuesten Aufnahmetechniken keineswegs aufgehört. Er hatte einen Privatpilotenausweis und war Vielflieger seiner eigenen Cessna und Dassault Falcon 10. Am Salzburger Flughafen ist das Herbert-von-Karajan-General-Aviation-Terminal sogar nach dem Luftfahrzeugführer benannt! Karajan genoss es auch, seine St. Tropez Yacht zu segeln und schnelle Autos zu fahren, manchmal auf privaten Rennstrecken – er war einer der wenigen Prominenten, der einen Porsche 959 besaß, von dem nur 300 existierten! Als er nicht Yoga praktizierte, war er ein bisschen ein Draufgänger.